Besuch, Geburtstage und Alles nur Theater….

Am Sonntag, einen Tag nach der Wanderung nach Chaguaya haben wir unerwarteten aber sehr erfreulichen Besuch bekommen.
Ich hatte den Sonntag genutzt um mich von der Wanderung zu erholen und um ein paar andere Dinge zu erldedigen, darunter zum Beispiel das Wäsche waschen. Da wir hier in Bermejo keine Waschmaschine haben, wird alles mit der Hand gewaschen. Eigentlich ist es garnicht so schlimm, wenn man einmal weiss wie es geht, doch natürlich dauert es um einiges länger.
Als es dann geklingelt hat wollte ich erst garnicht hingehen. Die Schwestern hatten sich hingelegt oder waren arbeiten und ich trug meine schönste Sonntagskleidung. Jogginganzug und rote, plüschige Hausschuhe. Mir blieb ja eigentlich nichts anderes übrig als zur Tür zu humpeln und nach zu schauen wer meine sonntägliche Ruhe störte. Als ich allerdings die beiden Mädchen, Annika und Maren aus Deutschland sah war ich darum nicht mehr böse. Die beiden waren Franziska und meine Vorgängerinnen. Maren war die aller erste MaZ in Bermejo, danach war die Stelle hier ein Jahr nicht von einer MaZlerin besetzt bis Annika hier her kam, danach Franzsika und jetzt ich. Wir haben uns sofort super verstanden, wodrüber ich wirklich froh bin.
Die beiden machen gerade Urlaub bis zum 15. Oktober und sind in Buenos Aires gelandet und über Salta und Cordobar nach Bermejo gekommen.
Erstmal wollten die bleiben für eine oder zwei Wochen. So kam es, dass ich meistens sehr nette Gesellschaft in der Bibliothek hatte. Auch nach der Arbeit war ich viel mit den beiden unterwegs, so zum Beispiel im Kinderheim von Bermejo. Annika hat dort einen kleinen Jungen als Patenkind, den wir besucht haben. Das Kinderheim ist sehr gross aber leider noch ziemlich steril und spatanisch eingerichtet, da es noch ziemlich neu ist. Das alte Haus kenne ich leider garnicht, deswegen kann ich keine Vergleiche ziehen, aber Annika und Maren sagten, dass es um einiges schöner und besser sei.
Die Kinder haben sich auch riessig gefreut, dass wir beide sie besucht haben und man war die ganze Zeit von einer Traube von Kindern umgeben. Alle wollten einen anfassen und irgendetwas fragen – egal was. Nach ungefähr zwei Stunden haben wir uns allerdings schon wieder verabschiedet, da an diesem Tag auch Annikas Geburtstag war und wir mit dem Padre und ein paar anderen verabredet waren.
Denn was macht man an einem Gebutstag? Essen, was sonst? Mittags bei den Schwestern gab es als Nachtisch schon eine grosse Sahnetorte. Leider hatte der Bäcker etwas falsch verstanden und so war die Geburtstagstorte Beneranda und nicht Annika gewidmet. Allerdings trotzdem sehr lecker.
Annikas Geburtstag war erst der Anfang der Festlichkeiten. Am Sonntag sollte es in Bermejo eine “Feria” geben. Diese wurde von Hna. Bedy organisiert. Ich kenne leider gearde keine Übersetzung für dieses Wort. Sinn und Zweck des Ganzen war es, den Jugendlichen aus der Gemeinde Gestaltungsmöglichkeiten für ihre Zukunft vorzustellen. Das kann man sich wie folgt vorstellen: Am Sonntagmorgen um neun Uhr gab es eine Messe, in der sich drei Ordensgemeinschaften, darunter natürlich unsere Schwestern, vorstellten. Desweiteren hat Padre Marcus aus Tarija etwas zu seiner Berufung erzählt und ebenso ein Ehepaar, dabei ging es natürlich weniger um die Berufung. Man kann sagen, alle diese Vorstellungen in der Kirche sollten die Jugendlichen überzeugen sich dafür zu entscheiden. Nach der Kirche waren dann alle eingeladen sich hinter der Kirche an verschiedenen Ständen intensiver zu Erkundigen.
So etwas gibt es wohl jedes Jahr und dieses Jahr hatte Bermejo die Ehre. Das war natürlich mit jeder Menge Arbeit für die Schwestern verbunden. Aber zum Glück gab es ja Annika, Maren und Kira, die sich mit einspannen liessen. Es mussten jede Menge Plakate gebastelt werden und so weiter. Den Hauptteil der Arbeit muss man allerdings Maren zurechnen. Sie war die einzige von und die wirklich, fast ohne Aufstand alles gemacht hat was anstand.
Ich muss gestehen, dass ich meine Arbeit in der Bibliothek vorgeschoben habe, weil es mir irgendwann zu viel war winzige Buchstaben auszuschneiden nur um sie auf einen andersfabigen Hintergrund zu kleben! Na so war das eben.
Zum dem festlichen Anlass kamen dann auch noch Gäste aus Tarija. Hna. Rochida mit Padre Marcus und fünf Jugendlich. Diese Gruppe reiste bereits Samstagabend an. Das hiess für uns zusammenrutschen und ich durfte für eine Nacht mein Zimmer mit Annika teieln.
Am Sonntag sind dann Marius und Christoph, auch ein ehemaliger MaZ, noch nach Bermejo gekommen. Die beiden haben dann von Maren und mir eine kleine Erkundunstour durch Bermejo bekommen. Leider sind sie sehr früh wieder gefahren, weshalb wir es nur auf den Christo geschafft haben.
Am Montag brauchten wir alle erstmal ein bisschen Ruhe, denn Samstagabend wurde mit Freunden nochmal Annikas Geburtstag gefeiert – ein bisschen länger=) – weswegen der Sonntag doch in Anstrengung ausgeartet ist.
Am Mittwoch mussten wir allerdings wieder fit sein, denn es stand der Geburtstag der Schule “8 de Septiembre” an. An dieser Schule unterrichten Hna. Ilda und Hna. Bedy. Ausserdem war am Mittwoch ebenfalls “Maria Geburt” und das Jubiläum der Congreation der Schwestern in Bolivien – glaube ich zumindest. Auf jedenfall ein grosser Festtag.
Ich durfte die Bibliothek geschlossen lassen um an den Feilerlichkeiten teilzunehmen und mein erster Gedanke war: “ Oh super länger schlafen” Doch daraus wurde leider nichts, denn wir hatten die grosse Freude an der “Oracion” der Schwestern teil zu nehmen, morgens um viertel vor sieben!
Um neun Uhr sollten wir dann an der Schule sein um dort das Programm anzuschauen. In weisser Vorraussicht, die man sich hier schnell aneignet, sind wir auch erst um viertel nach neun los gegangen. Das war auch gut so, wir kamen genau richtig.Das Programm war auch sehr vielseitig, neben Gesang und Tänzen gab auch mal wieder die schuleigene Kapelle etwas zum besten. Da wussten wir alle drei – es wird Zeit zu gehen.
Am Nachmittag hatten Maren und ich uns Karten für ein Theaterstück besorgen lassen. Alle Schüler der Stadt mussten sich das anschauen und irgendwie war ich auch neugierig. Also haben wir uns um vier Uhr mit Hna. Ilda bei gefühlten 40 Grad auf den Weg gemacht. Das Theaterstück sollte in der Sporthalle stattfinden, in der sonst Basketballspiele ausgetragen werden.
Wir musste kurz warten und konnten dann den Pumakäfig, ähm die Halle betreten. Ich wäre am liebsten wieder rausgegangen. Wir haben und dann allerdings doch einen Platz gesucht und wollten wenigstens ein wenig anschauen bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen wollten. Ich muss leider sagen, dass das Theaterstück pädagogisch nicht sehr wertvoll gewesen ist und dass es bei den Jugendlichen einfach nicht ankam. Es sollte um Alkoholmissbrauch gehen aber irgendwie habe ich den Sinn verpasst. Die beiden Schauspieler haben sich 10 Minuten unterhalten und gesprochen als wären sie sehr betunken. Die Jugendlichen waren auch eher damit beschäftig mit ihren Papierfliegern irgendwen auf dem Spielfeld zu treffen. Nach ca. 15 Minuten beschlossen wir, dass es reicht und wollten gehen. Leider waren alle Türen verschlossen und das bei 40 Grad. Meine deutschen Alarmglocken haben sofort geläutet, Marens allerdings auch. Mittlerweile waren nämlich so einige auf die Idee gekommen zu gehen. Irgendwann sah es in einer Ecke so aus als ob die Tür geöffnet wurde und als wir ankamen sagen wir , dass es so war. Allerdings wurde sie nicht aufgeschlossen sondern einige Schüler hatten die Tür aufgebrochen. Dabei war ein Spalt entstanden, der gearde gross genug war um durchzuschlüpfen, man musste sich nur vor der Eisenstange in Augenhöhe ducken. Maren war eine der ersten die draussen war, reiner Reflex. Ich habe allerdings völlig anders reagiert und mich erstmal an die Seite gestellt, was allerdings keine gute Idee war. Ein Lehrer war angekommen und begann die Tür zu schliessen ohne mich zu beachten. Irgendwie habe ich es dann allerdings doch geschafft auf mich aufmerksam zu machen, schnell was von Kopfschmerzen und Schwindel zu erzählen und aus der Tür zu kommen.
Oh man das Ganze hätten wir uns auch sparen können.
Am Donnerstag(vorgestern) sind Maren und Annika nach Tarija weiter gefahren, so hatte ich gestern abend alleine das Vergnügen mit Beneranda und Hna. Ilda ein weiteres Theater an zu schauen. Diesemal war es von einer Schule organisiert und es sollte von den Kindern aufgeführt werden. Eigentlich war ich guter Hoffnung. Anfangen sollte es um halb sieben. Beneranda und ich sind so gegen viertel nach sieben angekommen und musste noch ca. 15 Minuten auf den Beginn der Vorstellung warten. Ich hatte mit einem Theaterstück gerechnet, vielleicht eine halbe Stunde oder 45 Minuten lang. Ich habe mich riessig gefreut als ich auf dem Programm gesehen habe, dass es ingesamt sieben geben sollte. Wenigstens kannte ich einige davon, zum Beispiel “Die drei kleinen Schweinchen” oder “Alise im Wunderland”. Fünf Stücke habe ich mir angeschaut, dann musste ich leider aufgeben. Es waren mal wiede gefühlte 40 Grad in dem Saal und da es eine Aufführung der Kinder war, bestand das Publikum natürlich hauptsächlich aus stolzen Eltern mit Babys und Geschwistern. Drei viertel der Menschen in diesem Raum waren Kinder. Ihr könnt euch den Geräuschpegel mit Sicherheit gut vorstellen.
Die Stimmen und die Geschichte der Märchen kam meistens vom Band, so dass sich der Wolf eher nach “Starwars” angehört hat. Man hatte ebenfalls das Gefühl, dass die Kinder manchmal nicht so richtig wussten was die machen, aber Kindern verzeiht man alles. Besonders bei den tollen Kostümen. Eins muss man wirklich sagen, in so etwas sind die Bolivianer wirklich Meister. Kostüme, Schminke und Bühnenbild konnten sich sehen lassen. Ich habe wirklich selten so übrzeugende Schweinchen gesehen oder so farbenprächtige Schmetterlinge. Aber dass war auch das einzige wirklich gelungene. Ansonstens haben die Bäume und Blumen meistens die Bühnendekoration umgerannt oder das Hässchen, in einem sehr überzeugendem Kostüm, ist zum Quarken des Froschen über die Bühne gehüpft. Nach dem die Schweinchen den Wolf so überzeugend zu Boden geprügelt hatten, dass ich ernstahft überlegen musste ob man nicht eingreifen soll, hat es mir dann allerdings doch gereicht.
Ich bin dann mit dem Taxi nach Hause gefahren und hoffe dass in nächster Zeit keine Theatervorstellung mehr statt findet, denn ansonstens bin ich leider krank.

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Eine Antwort zu Besuch, Geburtstage und Alles nur Theater….

  1. Olli schreibt:

    hey netter blog !!!!
    wie man ließt gefällt es dir ja ganz gut !!!
    naja ich werd weiter schauen was du so schreibst!!!!

    ps. das foto ist cool mit dir und dem hund

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