- Hallo Welt…
- Geschafft…
Ja, wo soll ich Anfangen? Seit dem 18.9.2010 bin ich jetzt die Patentante eines süssen kleinen Jungen. Er heisst Sebstián und ist gearde ein Jahr alt geworden und lebt im Kinderheim von Bermejo. Er hat das Down-Syndrom. Was der Grund dafür ist, dass er im Kinderheim lebt weiss ich allerdings noch nicht. Es war alles ein wenig kurzfristig, aber das stört in Bolivien ja keinen.
So kam am Montag eine Bekannte auf mich zu und fragte ob ich bereit wäre in als Patenkind zu übernehmen.
Ich habe schon gut darüber nachgedacht, vor allem weil er noch so klein ist, denn er wird sich nicht an mich erinnern können. Ich weiss auch nicht wie oft ich wieder nach Bolivien reisen werde nach diesem Jahr. Also im allgemeinen ist diese Situation schon schwierig, da man die grosse Distanz nicht leugnen kann und es schwierig sein wird den Kontakt zu ihm zu halten.
Aber erst einmal bin ich noch zehn Monate hier und kann Zeit mit ihm verbringen.
Am Montag war es dann also beschlossen, dass ich seine Patentante werde, und hier in Bermejo gibt es eine Taufvorbereitung, an der ich dann an den drei folgenden Tagen teilgenommen habe. Diese sah so aus, dass ich pünktlich um sieben Uhr an der Kirche stand und die erste war. Nicht zum erstenmal kam mir der Gedanken “ ach Kira eigentlich müsstest du es doch wissen”.
Um ca. viertel vor acht, nachdem wir uns durch ein paar Listen gearbeitet hatten, begang es dann auch endlich. Leider konnte ich diese Liste nicht so ganz durchschauen, weil der Dienstag eigentlich der zweite Tag der Vorbereitung war und diese Listen bereits am Montag vollständig sein sollte. Diese Vorbereitung bestand daraus, dass alle wichtigen Aspekte der Taufen, wie Wasser, Taufpaten usw. erläutert wurden und mit bestimmten Bibeltexten unterlegt wurden.
Für mich war das leider ein wenig langweilig, da Bibeltexte auf Spanisch ziemlich schwer verständlich sind. Aber ich habe mich gut gehalten – ohne ein zu schalfen -
und am Samstag war es dann soweit. Als Taufpate ist man für weisse Kleidung und Schuhe und eine Kerze verantwortlich. Das alles hatte ich besorgt und war pünktlich um zwei Uhr an unserem Treffpunkt, dem Kinderheim. Wie nicht anders zu erwarten war ich die Erste. Um halb drei kamen dann zwei andere Paten und einige der Kinder waren auch schon fertig angezogen. Da viel mir erst einmal ein, ob Sebastián überhaupt schon fertig sei. Als ich ihn noch schlafend in seinem Bettchen fand, wurde ich doch ein wenig nervös. Die Erzieherin erklärte mir dann auch noch, mit einer bolivianischen Gelassenheit, die ich nie bekommen werde, dass er noch gebadet werden müsse. Mittlerweile war es viertel vor drei und um drei uhr sollte die Taufe beginnen. Da war ich dann doch kurz vor einem kleinen Nervenzusammenbruch.
“Warum habe ich mir Sorgen gemacht” fragte ich mich zwanzig Minuten später.
Wir kamen zur Kirche, der Padre fuhr gerade vor und im inneren der Kirche wurde noch fleissig geputzt und geschmückt. Um fünf Minuten nach drei waren wir doch tatsächlich die Ersten!
Leider hatte ich die zwei Stunden Kirche mit Sebastián ein wenig unterschätzt (es wurden ca. 50 Kinder und Jugendliche getauft), denn er langweilte sich ein bisschen und bekam Hunger. Nachdem ihn ein Band meiner Bluse ersteinmal zufrieden gestellt hatte, musste ich auch feststellen, dass er ganz schön schwer ist. Wenn man es nicht gewöhnt ist mit Babys um zu gehen, kann es schon manchmal ein bisschen schwierig werden sie hoch zu nehmen und längere Zeit fest zu halten. Ich glaube es sah zwischendurch ganz schön lustig aus, zumindest hatte “Padre” Juanjo sichtlich Spass an uns beiden, und man sah in währen der Lesung freundlichst über uns Lachen. Zum Glück hatten die anderen Paten, deren Kinder alle schon zwischn 5 und 7 Jahre alt sind, Mitleid mit mir und nahmen in mir immer mal wieder ab. Als ich gearde besonders froh war, mal kein Kind auf dem Schoss zu haben ( es waren ca 37 Grad in der Kirche) fing Sebastián an zu schreien und mein netter Sitznachbar wollte ihn auf der Stelle zurück geben. Im Grosen und Ganzen war die Kirche aber sehr schön, wenn auch ein bisschen anstrengend.
Nach der Messe, sind wir alle zurück ins Kinderheim gefahren. Dort gab es zur Feier des Tages sehr viel Essen und – natürlich – Torte.
Jeztz bin ich also Patentane und werde euch bestimmt bald mehr von ihm berichten können, sowie ein Foto von uns beiden hochladen.



Hallo Kira,
na denn herzlichen Glückwunsch zur Patentante. War ja alles ganz schön aufregend. Aber sicher für Dich jetzt auch spannend, den kleinen Sebstián aufwachsen zu sehen.
Wünsche Dir weiterhin alles Gute!!!
Hallöchen,
wie ich lese, geht es dir “sau” gut. Letztes Wochenende war ja Bundesschützenfest – ich sag dir ehrlich: du hast nix verpasst!!!! Teilweise war die Organisation schon ziemlich chaotisch!
Franzi hat jetzt ne Flötengruppe – die Kids aus dem 2. Schuljahr – und Klaris sind auch im Gespräch!!!
Dabei wollen wir doch die Kira wieder haben!!!!
Ich wünsche dir noch ganz viel Spaß am anderen Ende der Welt und sei ganz lieb gegrüßt und gedrückt von Ferdi, Franzi, Vicky, Oma und Bany
Hallo Kira,
Tja, Herzlichen Glückwunsch zur Patentante !
Wie man liest bist Du dort ja schon fast “heimisch”,wenn sogar der kleine Sebastián
dich ins Herz geschlossen hat,kann nun ja nichts mehr schief gehen.
Es freut uns alle hier,das Du dich dort anscheinend ganz wohl fühlst und die kleinen und
manchmal etwas größeren Hürden so prima meisterst.
Ganz liebe Grüße von allen hier
Ilona
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